Samstag, 10. November 2012

Beim Typografischen Saufen im Island, Banksstraße 2a konnte man gestern Abend tolle Wort-Experimente und -spiele bestaunen. Musikalische Untermalung gab es von den DJs von i saw music.  Minzgeschmack war für euch vor Ort und hat die Arbeiten von Lorin Strohm, dem Kollektiv "Avoid Red Arrows" und Thomas Korf fotografisch festgehalten:









Minzgeschmack - Neues und Interessantes aus dem Kulturbetrieb

Freitag, 9. November 2012

Im Gängeviertel stellt der Studiengang "Kultur der Metropole" der HafenCity Universität unter dem Titel ESSAYS Foto- und Filmarbeiten der Studierenden vor, die damit eine Annäherung an aktuelle urbane Veränderungsprozesse versuchen.
Die selbstgestellten Themenkomplexe, zu denen unter Anderem urban gardening, Arbeitsräume und Arbeitswelten, die Schnelllebigkeit der Großstadt und Gefühle der Anonymität und Isolation gehören, werden durch Fotoreihen oder kurze Filme visualisiert.


Spannend an der Ausstellung ist vor allem das Mit- und Nebeneinander der unterschiedlichen Fragestellungen und ästhetischen Visualisierungen. So werden Fotos von urbanen Gärten neben modernen Hochhauskomplexen präsentiert, während nebenan ein schwarzweiss Film läuft, der den inneren Dialog einer auf einem Stuhl auf der Straße sitzenden jungen Frau wiedergibt.
So unterschiedlich diese Eindrücke sein mögen, sind sie doch alle Bestandteil unserer teils unbewussten urbanen Alltagserfahrung und machen grade durch ihre Vielfältigkeit das komplexe Gebilde "Stadt" aus.

Die Ausstellung ist nur noch morgen, 10.11.2012, von 16-19 Uhr im Raum linksrechts, Valentinskamp 37 geöffnet.



Minzgeschmack - Dein Stadtteil braucht dich

Donnerstag, 8. November 2012

Am 17. und 18. November findet im Ex-England Fährterminal am Fischmarkt Altona der altonale design gift Markt für Mode, Accessoires und Kreatives statt.

Die Veranstalter versprechen tolle Designobjekte in entspannter Atmosphäre, inklusive Elbblick, toller Gastro und Musik vom Elbjazz-Festival.
Einen Eindruck vom design gift Markt 2011 bekommt man hier.

Der Eintritt zum Markt kostet 3 Euro, geöffnet ist Samstag, 17.11 von 11-20 und Sonntag, 18.11 von 11-18 Uhr. Die genaue Adresse lautet Van-der-Smissen-Str. 4.






Minzgeschmack - Alles, was du nicht verpassen willst

Mittwoch, 7. November 2012

Gestern wurde in Hamburg die neue Ausgabe des FALL Magazins "Räume" vorgestellt. Minzgeschmack hat das Heft für euch etwas genauer unter die Lupe genommen und findet: sehr lesenswert!
In den Artikeln des Magazins geht es um unterschiedliche Räume und Raumerfahrungen, vom Kinderzimmer und eigenen Gehirn über Kulturräume bis hin zum fahrenden Raum eines Busses ist alles vertreten.



Besonders interessant: Julia Boogs Interview mit den Architekten Stephen Williams und Julia Erdmann, welche über das Konzept und die Umsetzung des 25hours Hotels in der Hamburger HafenCity berichten. Die beiden Architekten zeigen, wie Architektur sich auf Sozialforschung und Kunst stützen kann: 25 Seeleute wurden interviewt, ihre Antworten von einem Storyteller zu Geschichten zusammengefasst und von einem Illustrator künstlerisch umgesetzt. Diese sind nun in Form einer Tapete im Hotel zu bestaunen.
Denn: "Als Architekt musst du das alles einfließen lassen, die ganze Philosophie, Psychologie, Archäologie und Historie eines Viertels - du brauchst ein umfassendes Allgemeinwissen, um einem Stadtteil gerecht zu werden."
Julia Erdmann bemüht sich, die Ideen und das Architekturverständnis der Stephen Williams Associates in Europa zu verbreiten.



Minzgeschmack - Dein Stadtteil braucht dich

Dienstag, 6. November 2012


Dass das Thema „Kunst am Bau“ eigentlich nicht mehr aktuell ist, zeigt sich an den vielen anderen, spannenden Diskussionen, die momentan in Stadtplanung und Architektur geführt werden: von temporären Raumnutzungen über Methoden der Bürgerbeteiligung bis hin zu partizipativen Kunstprojekten und atmosphärischen Installationen.
Die Kreativgesellschaft versuchte mit ihrer Veranstaltung „Kunst am Bau 2.0“ heute Abend trotzdem, das Thema zu revitalisieren, mit mittelmäßigem Erfolg.
Zu Beginn des Vernetzungstreffens gab es die obligatorische historische Zusammenfassung: Architektur als Kunstform, die Ära des „Kunst am Bau“-Gesetzes und schlussendlich die Aufhebung dessen und die Phase der „Kunst im öffentlichen Raum“.
Bei der anschließenden Diskussion zeigte sich: Dass Architektur und Kunst eine Symbiose miteinander eingehen sollten, ist bei vielen anwesenden Architekten noch nicht angekommen, schlimmer noch: einige schienen mit dem Thema nicht einmal vertraut zu sein.
Als positives Beispiel einer solchen Symbiose wurde unter Anderem das Konzerthaus „Harpa“ in Reykjavík, Island genannt, dessen Decke aus einer kunstvollen Anreihung von Spiegelelementen besteht.

Das Konzerthaus "Harpa" in Reykjavík, Island

Was viele nicht wissen: Ähnlich wie andere teure Großprojekte, genannt sei hier aus gegebenem Anlass die Hamburger Elbphilharmonie, erfreute sich Harpa lange Zeit keiner großen Beliebtheit bei der isländischen Bevölkerung.
Die eigentlich aktuelle Frage der Architektur lautet also nicht, wie Kunst und Architektur sinnvoll und zum Vorteil aller miteinander vereinbart werden können - denn das moderne Architektur atmosphärisch arbeiten muss und dies durch die gezielte Zusammenarbeit mit Künstlern am besten gelingen kann, steht bei einem immer schneller und durch Digitalisierung weniger sinnlich werdenden Lebensalltag ausser Frage – sondern: Wie erreicht man eine größtmögliche Akzeptanz des Bauwerks in der Bevölkerung?
Die Antwort darauf kann nur lauten: durch Transparenz und Bügerbeteiligung.

Ein weiteres Beispiel: Es wurde angemerkt, dass Schüler das Beschmieren von Wänden in ihrer Schule unterlassen, wenn diese künstlerisch gestaltet sind. Eine anwesende Künstlerin versuchte darauf aufmerksam zu machen, dass sich in dem Vandalismus eine ungenutze kreative Kraft der Schüler zu Tage tritt. Die Überlegungen sollten also nicht dahin gehen, ob Künstler in die Gestaltung einer Schule integriert werden sollen, sondern wie Künstler und Pädagogen gemeinsam die Gestaltung der Schule durch die Schüler anleiten können.
Entsprechend des Titels ging die Diskussion an diesem Abend leider an diesen wichtigen Fragestellungen vorbei.

Ein sinnvolles Fazit des Themenabends gab es dann aber doch: Künstler und Architekten sind nicht gut genug miteinander vernetzt, wissen nicht, wie sie einander finden, miteinander kommunizieren und arbeiten sollen. Eine dafür geeignete Plattform zu schaffen ist eine spannende und sinnvolle Aufgabe für die Kreativgesellschaft. Werden dann noch Stadtplaner, Bauherren und Sozialarbeiter in die Diskussion aufgenommen, können wir in Zukunft hoffentlich bei entspannter Atmosphäre in angenehm gestalteten Bezirksamtsräumen darauf warten, dass unsere vor 2 Stunden gezogene Nummer aufgerufen wird.



Minzgeschmack - Dein Stadtteil braucht dich