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Donnerstag, 3. Januar 2013

Elias Canettis Roman "die Blendung" von 1935 ist ein Meisterwerk psychologischer Erzählkunst. Der Sinologe Kien ist Besitzer einer umfangreichen Privatbibliothek, in welcher und für welche er lebt. Der Kommunikation mit Menschen geht er aus dem Weg, begibt er sich auf die Straße, "funktioniert" er nicht, sein Verhalten ruft verwunderte oder wütende Reaktionen hervor.
Durch einen Trick gelingt es seiner Haushälterin, ihn zur Ehe zu verführen. Diese Veränderung bringt weitreichende Folgen für Kien mit sich und treibt ihn letztendlich in den Wahnsinn.

Zugegeben, das Werk ist zeitintensiv und nicht jedermanns Sache - aber wer sich auf die Langwierigkeit des Romans einlassen kann wird von der überzeugenden Darstellung innerer Monologe und emotionaler Zusammenhänge der einzelnen Charaktere beeindruckt sein!




Minzgeschmack - Blog für klassische Literatur und solche, die es werden wird

Donnerstag, 22. November 2012

Thomas Manns Erzählung "Mario und der Zauberer" erschien zunächst 1930 und schildert die Reiseerlebnisse einer vierköpfigen Familie, welche sich im Touristenort Torre di Venere in Italien zutragen. Obwohl dem Ich-Erzähler, seiner Frau und seinen beiden Kindern der Aufenthalt von Anfang an etwas merkwürdig erscheint, ist es genau das Skurrile des Ortes, das sie dort festhält.
Einen Großteil der Erzählung nimmt ein gewisser Herr Cipolla in Anspruch, ein Zauberkünstler, der eigentlich ein Hypnotiseur ist und an dessen Aufführung die Familie teilnimmt, eine Vorführung mit tragischem Ende.





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Freitag, 2. November 2012


Die amerikanische Autorin Pearl S. Buck beschreibt in ihrem Roman "die Frauen des Hauses Wu" von 1948 die Entwicklung der Hausherrin Madame Wu, welche bis zu ihrem 40. Geburtstag ihre Familie und den Haushalt mit sicherer, strenger und liebevoller Hand führt. Mit dem heranrückenden Geburtstag steigt ihr Wunsch, sich von ihren ehelichen Pflichten zu befreien und sich vom turbulenten Familienleben zurück zu ziehen.
Sie trifft - gegen den Willen ihres Mannes - die Entscheidung, eine Nebenfrau ins Haus zu holen, eine Entscheidung mit ungeahnten Folgen, denn der Rückzug entfremdet Madame Wu mehr von ihrer Familie, als sie gewünscht hatte.
Die entstandene Distanz verhilft ihr zu der Erkenntnis, dass sie ihren Mann nie geliebt hat, was jedoch ihrer Wertschätzung und Dankbarkeit ihm gegenüber keinen Abbruch tut.
So entwickelt Madame Wu das Bewusstsein, sich eine andere, unausgesprochene und unausgelebte Liebe einzugestehen, während langsam wieder Ruhe in ihre durch die Veränderungen aufgerüttelte Familie kehrt.



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Sonntag, 28. Oktober 2012

Im Hong Kong der 40er Jahre verlieben sich der britische Staatsbürger Will Truesdale und die chinesisch-portugiesische Trudy Liang. Der zweite Weltkrieg bringt Will ins Kriegsgefangenenlager, während Trudy mit den Japanern sympathisiert.
In Janice Y.K. Lees Debut "the Piano Teacher" aus dem Jahr 2009 wird parallel die Geschichte einer zweiten Liebe erzählt. Die verheiratete Britin Claire beginnt in den 50er Jahren eine Affäre mit Will und entdeckt nach und nach seine Geschichte.





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Dienstag, 23. Oktober 2012

Thomas Manns Roman "Tod in Venedig" behandelt den Aufenthalt des Gelehrten Aschenbach in Venedig, welcher sich in diesem Urlaub in den jungen Tadziu verliebt und aus diesem Grund auch dann noch bleibt, als hohe Ansteckungsgefahr in der verseuchten Stadt herrscht.

Typisch für Mann sind neben der Farbsymbolik vor allem die versteckten Hinweise auf das Ende der Geschichte, welche sich auch in diesem Werk in großer Zahl finden.
Zu Beginn beobachtet Aschenbach einen Fremden, der den Gelehrten an die Urwälder und wilden Tiere Indiens denken lässt und so den Reisewunsch erst auslöst. Bereits auf der Fahrt nach Venedig begegnen dem Reisenden eine Reihe unterschiedlicher Personen, die sowohl seine eigene Verliebtheit und die damit verbundene Lächerlichkeit als auch die Gefahr durch die Seuche vorausnehmen.
Als der Leser erfährt, dass diese über Indien nach Venedig gelang, schliesst sich der Kreis.





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Donnerstag, 18. Oktober 2012

Leo Tolstois Roman "Auferstehung" von 1899 behandelt Themen der Verantwortung und Reue, Moral, Menschlichkeit und Liebe.


Der adelige Gutsherr Mitja bietet der zu Zwangsarbeit verurteilten Prostituierten Katjuscha die Ehe an, da er in ihr eine ehemalige Geliebte erkennt. Sie schlägt den Antrag jedoch aus und so entschliesst er sich, ihr auf ihrer Reise zum Arbeitslager zu folgen.
Zusätzlich zu dieser inspirierenden Geschichte thematisiert Tolstoi typischerweise auch politische Problematiken wie das der Rechtssprechung und des Landeigentums.
Mitja entschliesst sich vor Antritt der Reise, sein Land den Bauern zu überstellen und animiert sie, dieses selbst zu verwalten.



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